Deine Privatsache – was in deinem Bett passiert, geht niemanden etwas an

Im Rahmen des 100. Katholikentages baut die Jungliberale Aktion Sachsen (JuliA) im Zentrum von Leipzig eine Installation auf, die sich gegen Eingriffe von Kirche und Staat in das Privatleben wendet.

Die politische Aktion beginnt am Freitag, den 27. Mai 2016, ab 18 Uhr auf der Grünfläche zwischen Neuem Rathaus und der Probsteikirche (westlich des Martin-Luther-Rings). Symbol der Installation ist ein im Zentrum aufgestelltes, großes Bett.

Die JuliA Sachsen begrüßt ausdrücklich das Leitmotiv “Seht, da ist der Mensch” des Katholikentages. Man wolle “gemeinsam neu sehen lernen” und dies auf zahlreichen Podien bis zum Sonntag erörtern.

Dazu erklärt der Landesvorsitzende Philipp HARTEWIG: “Wenn man die Erklärungen des Leitmotivs liest, geht hervor, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen soll. Für uns geht allerdings nicht darum, welche Prinzipien die katholische Kirche seit zwei Jahrtausenden glaubt vertreten zu müssen, sondern welche Rechte und persönliche Freiheiten jeder Einzelne besitzt. Dazu zählt, dass die Privatsphäre geschützt und respektiert wird. Was in deinem Bett passiert, geht niemanden etwas an. Weder Staat noch Kirche. Eine Einmischung steht keinem der beiden zu.”

HARTEWIG fügt an: “Die politische Aktion am Freitag in Leipzig wendet sich gegen alle Bestrebungen, die individuellen, ganz persönlichen Bedürfnisse der Menschen gegen deren Willen durch staatliche oder religiöse Reglementierung zu unterdrücken oder einengen zu wollen. Dies ist ein Merkmal autokratischer Institutionen, die nicht zu unserer Vorstellung von einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung passt.“

Der Landesvorsitzende HARTEWIG abschließend: “Unser Glaube ist die Toleranz. Für uns gilt: Familie ist mehr als Vater, Mutter, Kind, verheiratet. So fordern wir Staat und Kirche auf, auch andere Formen des Zusammenlebens gleichzustellen. Dazu zählt unter anderem unverheiratete Paare und Geschiedene nicht zu diskriminieren und gleichgeschlechtlichen Ehepartnern Adoptionen zu ermöglichen. Eine Bevormundung der Gläubigen und Bürger hinsichtlich ihrer Lebensentwürfe hat in einer liberalen und modernen Gesellschaft keinen Platz.”

Die Jungliberale Aktion wird zusammen mit den Julis Leipzig am Freitag ab 18 Uhr mit der Aktion beginnen und vor Ort für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

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