Konzept zur Stärkung wohnortnaher Schulen

Die Jungliberale Aktion Sachsen fordert gleiche Bildungschancen für alle sächsischen Schüler. Ein leistungsrechtes Bildungssystem beruht auf Chancengleichheit. Um diese herzustellen, müssen unnötig lange Fahrtwege vermieden und wohnortnahe Schulen gestärkt werden.

Wir fordern die sächsische Staatsregierung, die Kreistage bzw. Stadträte sowie die sächsische Bildungsagentur zum Handeln auf, um unverhältnismäßig lange Schulwege für die sächsischen Schüler zukünftig zu vermeiden.

Dazu unterbreiten wir folgende Vorschläge:

  1. Verlängerung des Schulschließungsmoratoriums

Das in der Legislaturperiode 2009-2014 verabschiedete Schulschließungsmoratorium muss mit dem neuen Schulgesetz verlängert werden. Nur so kann der Erhalt wohnortnaher Schulen im ländlichen Raum garantiert werden.

 

  1. Einführung eines sachlichen Kriterienkatalogs zur Schulplatzvergabe

Die Schulplatzvergabe muss einem klar definierten Kriterienkatalog folgen. Vorrang müssen nachvollziehbare und realitätsnahe Gründe, wie bspw. die Entfernung vom Wohnort zur Schule, das Profil der Schule und Geschwisterkinder haben. Zu berücksichtigen sind weiterhin Integrations- und Inklusionsmöglichkeiten der betreffenden Schüler. Ein Losentscheid darf erst an letzter Stelle über die zu besuchende Schule entscheiden.

 

  1. Verkürzung des zumutbaren Fahrtweges

Der zumutbare Schulweg ist von derzeit 60 auf 45 Minuten zu kürzen. Ausnahmesituationen mit Schulwegen von 80 oder 90 Minuten, sind zukünftig zu vermeiden. Grundsätzlich muss gelten: Die nächstgelegene Schule sollte dem Schüler offenstehen, nur in Einzelfällen dürfen Kriterien wie die maximal zumutbare Zeit herangezogen werden.

 

  1. Einführung einer bedarfsorientierte Kapazitätsplanung und für jede Schule

Eine jede Schule muss mittel- und langfristig alle Schüler, die an diese Schule wollen, aufnehmen können. Hierzu müssen bedarfsorientiert mehr Lehrer eingestellt und die Schulnetzplanung effektiver gestaltet werden. Zusätzlich müssen die Mindestschülergrenzen für Schulen und Klassen jedes Schuljahr überprüft und gegebenenfalls bedarfsgerecht angepasst werden.

 

  1. Einführung eines Budgetrechts für Schulen

Schulen müssen ein eigenes Budget bekommen, über das diese frei verfügen können. Mit einem eigenen Budgetrecht haben die Schulen die Möglichkeit ihr Schulprogramm individuell umzusetzen und flexibler auf Schwankungen der Schülerzahlen einzugehen.

Kommentare sind geschlossen.