Sachsens Kapitulation im Bildungswettbewerb

Pressemitteilung vom 02.03.2018

Nach Berichten der Freien Presse soll ein gemeinsames Papier von Kultusminister Christian Piwarz und Finanzminister Matthias Haß aussagen, dass u.a. ab dem Schuljahr 2019/20 die Fächer Kunst und Musik um eine Wochenstunde reduziert werden, wie auch die zweite Fremdsprache und die wöchentliche Anzahl der Sportstunden.

Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Jungliberalen Aktion, Philipp HARTEWIG: “Diese Pläne kommen einer Kapitulation im Wettbewerb um die qualitativ beste Bildung gleich. Die Antworten auf den Lehrermangel können nicht eine Reduzierung der Wochenunterrichtsstunden und die Verbeamtung sein. Eine steigende Qualität der Unterrichtsstunden durch die Reduzierung ist in Anbetracht der aktuellen Rahmenbedingungen absolut ausgeschlossen.”

HARTEWIG weiter zu den einzelnen Vorschlägen: “Eine ungerade Anzahl an Wochenstunden machen in Fächern wie Kunst überhaupt keinen Sinn. Für das Unterrichtsfach typische Projekte, die zum Beispiel eigenverantwortliches Arbeiten und Problemlösungskompetenzen fördern, werden unmöglich. Die Folgen der Senkung der Stundenzahl der zweiten Fremdsprache liegen ebenso auf der Hand: Wir sind jetzt bereits in Fremdsprachenkompetenzen national und international abgeschlagen. Dieser Rückstand wird durch die Reduzierung weiter wachsen.”

Er ergänzt zur Reduzierung der Sportstunden: “Schon heute sind sich Experten einig, dass Gesundheit und Lernerfolg durch eine tägliche Stunde Sport gesteigert werden können. Eine Reduzierung der Sportstunden gefährdet beides. Der Sportunterricht verhilft Kindern und Jugendlichen zu einem besseren Körpergefühl, animiert sie zu Sport auch außerhalb der Schule und verbessert zugleich ihr Sozialverhalten. Die Landesregierung ignoriert damit die „Internationale Charta für Leibeserziehung und Sport“ der Unesco, in der Sportunterricht an Schulen als wirksamstes Mittel herausgestellt wird, „um allen Kindern und Jugendlichen die Fertigkeiten, Einstellungen, Werte und das Wissen und Verständnis für eine lebenslange gesellschaftliche Teilhabe am Sport zu vermitteln“. Zwei Sportstunden in der Woche reichen dazu nicht aus.”

Und auch die weiteren angesprochenen Maßnahmen bringen keine Fortschritte: ”Die Höhergruppierung für Grundschullehrer gegen eine zusätzliche Wochenstunde ist ein Tropfen auf dem heißen Stein und betrifft nur einen Bruchteil der Grundschullehrer. Erst vor wenigen Jahren wurde die Stundenzahl gesenkt, um Grundschullehrer zu entlasten. Ein tragfähiges Konzept zur Erhöhung der Attraktivität des Grundschullehrerjobs sieht anders aus.“, so HARTEWIG.

Der Vorsitzende des liberalen Jugendverbandes weiter: “Die weltbeste Bildung ist nur mit weltbesten und motivierten Lehrern möglich. Die geplante Verbeamtung ab dem 01.01.2019 wäre ein Schlag ins Gesicht aller älteren Lehrer. Ich möchte als Kultusminister keiner etablierten Lehrkraft erklären wollen, warum sie ein Lehrer zweiter Klasse sei. Lehrer können nur verbeamtet werden, wenn das Unterschreiben der Zeugnisse als hoheitliche Aufgabe, als Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit anzusehen ist und nicht die eigentliche Lehrtätigkeit. Eine Verbeamtung ist damit eine Respektlosigkeit gegenüber der Lehrtätigkeit aller motivierten Lehrer. Weiterhin nimmt man den Lehrern damit das Streikrecht und stellt sie unter eine stärkere Weisungsgebundenheit. Die CDU-Minister sollten daher ihre Verbeamtungspläne endlich vergraben.”

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