Unsere Vorschläge für ein effektiveres deutsches Sportsystem

Das starke Abschneiden der sächsischen Sportlerinnen und Sportler mit 17 Spitzenplatzierungen nehmen wir zum Anlass, um neben unseren Glückwünschen, auch unsere Forderungen für die Stärkung von Breiten- und Spitzensport vorzustellen. Dabei sehen wir viel Potential in einer positiven Wechselwirkung zwischen einem starken Breiten- und einem starken Spitzensport.

OlympiaII

Unsere Forderungen zur Verbesserung des Spitzensportes sind:

  • ein klares Bekenntnis von Bundes- und Landesregierung zum Spitzensport in Deutschland,
  • eine stärkere Zusammenarbeit des DOSB mit den Landessportbünden,
  • eine umfassende interne Evaluation nach den Olympischen Spielen innerhalb der Sportverbände,
  • eine Stärkung der bestehenden Kadersysteme,
  • eine geringere Verknüpfung der Spitzensportförderung an Olympiaergebnisse (erfolgreiche Sportarten werden dadurch konserviert, nicht erfolgreiche haben keine Chance wieder richtig gut zu werden),
  • Leistungssportler besser im Sport halten (Leistungssport ermöglichen, Vereinbarkeit mit Studium und Ausbildung)
  • ein Prämiensystem zeitgemäß auszugestalten und Anreize zu erhöhen (20.000 € pro Goldmedaille sind im internationalen Vergleich sehr wenig),
  • eine ausgewogenere Berichterstattung der Medien zu Gunsten von Randsportarten
  • durch Austragung internationaler Wettkämpfe und Großereignisse in Deutschland bzw. Sachsen Interesse am Sport und Motivation der Sportler steigern,
  • eine Stärkung der Trainingswissenschaften (z.B. an der Universität Leipzig),
  • Marketingkampagnen, um mehr private Unternehmen als Sponsoren für den Spitzensport zu gewinnen,
  • eine bessere finanzielle Ausstattung der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) sowie
  • entschiedenes Eintreten für bindende, weltweit einheitliche Doping-Kontrollen in Training und Wettkampf, für einen möglichst fairen internationalen Spitzensport.

Für die Stärkung des Breitensports fordern wir:

  • eine Wertschätzung neben sportlichen, auch vor allem gesellschaftlicher, kultureller, gesundheitlicher und (insbesondere im Jugendbereich) pädagogischer Aspekte der Sports,
  • eine Aufrechterhaltung bzw. Rücknahme aller Kürzungen der GTA-Angebote an Schulen (Die Schulen dürfen nicht Opfer einer verkorksten Personalpolitik im SMK werden),
  • ein klares Bekenntnis zum Subsidiaritätsprinzip (Vorstöße der Europäischen Kommission, wonach Sport aus der Ferne nach dem „Gießkannenprinzip“ gefördert werden soll, lehnen wir ab),
  • eine Konzentration des europäischen Aufgabenfelds auf den interkulturellen Dialog (etwa durch Austauschprogramme speziell für Sportler aus dem Breitensport),
  • Sport auf Landesebene muss eine höhere Priorität eingeräumt werden- ein eigenständiges Sportministerium sowie einen eigenen Staatssekretär auf Landesebene lehnen wir allerdings ab,
  • eine ausschließliche Verknüpfung der Förderung des Breitensports an Resultate im Profisport (meist Olympia-Ergebnisse) erachten wir als problematisch (Gefahr, dass die einzelnen Sportarten durch ihre nicht vorhandene Fernseh- oder Großveranstaltungstauglichkeit an finanziellen Mitteln soweit verlieren, dass ihre organisierte Ausübung nicht mehr möglich ist),
  • Steuererleichterungen für Ehrenamtliche, etwa durch die Erhöhung der Übungsleiterpauschale sowie Abbau undurchsichtiger Steuerregelungen für die Vereinsarbeit,
  • einen landesweiten Aktionsplan in Kooperation von Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Politik und Vereinen, um integratives Potenzial, beispielsweise für Menschen mit Migrationshintergrund, des Breitensports verstärkt nutzen zu können,
  • eine Stärkung der Kooperation von Schulen mit Kindergärten sowie die Einbindung von Vereinen in den Sportunterricht,
  • eine Verbreiterung der Förderung des Behindertensports nicht nur auf Spitzensport (etwa in Hinblick auf Paralympics) sowie
  • eine bessere Finanzausstattung der Kommunen zur Förderung des Breitensports, insbesondere zur Bereitstellung und Instandhaltung der Sportstätten.

 

 

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