29.07.2025

Schluss mit Stillstand: Investieren in Deutschlands Zukunft!

Es ist 5 nach 12. Nicht erst der Einsturz der Dresdner Carolabrücke ist symptomatisch
 für ein chronisches Problem: Die Nettoanlageinvestitionen in Deutschland sind seit
 den 1970er-Jahren rückläufig – dieser Trend wurde nie gebrochen. Diese Tatsache ist
 langfristig eine Bedrohung für unseren Wohlstand. Eine Hauptverantwortung hierfür ist
 beim Staat zu suchen: Die Quote der öffentlichen Bruttoinvestitionen am BIP ist in
 Deutschland mit nur 2,1% im Durchschnitt seit 2000 nur reichlich halb so hoch wie der
 europäische Durchschnitt von 3,7%; und von der europäischen Spitzengruppe (z. B.
 Rumänien, Polen, Estland, Tschechische Republik) mit 4-5% weit entfernt. Deutschland
 war die letzten beiden Jahrzehnte am unteren Ende der öffentlichen Investitionen in
 Europa zu finden – entsprechend konnten resultierende Synergieeffekte mit der
 privaten Wirtschaft zu wenig gehoben werden. Deutschlands öffentliche Infrastruktur
 verrottet; die Nettoinvestitionsquote des Staates war mehrere Jahre negativ. Dieser
 Trend ist dringend umzukehren. Deutschland braucht eine Investitionsoffensive. Die
 öffentlichen Finanzen sind entsprechend neuzugestalten; Unwuchten und soziales
 Overspending sind abzubauen, um Kapazitäten für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu
 schaffen. Wir stehen hinter der Schuldenbremse und für einen Staat, der in die
 Zukunft investiert. Investitionen dürfen kein Aktionsposten im Haushalt sein; sie
 müssen nachhaltig in der gebotenen Höhe in die öffentlichen Haushalte integriert
 werden – unter Erhaltung der fiskalischen Disziplin.

 Wir fordern daher: Investitionen aufholen. Langfristig muss die durchschnittliche
 Investitionsquote des Staates über den europäischen Durchschnitt steigen – wir
 betrachten hier das 4%-Ziel als angemessen. Kurzfristig fordern wir eine
 Investitionsoffensive, bei der die Investitionsquote des Staates für einige Jahre auf
 über 5% des BIP steigt.

 Konkret bedeutet dies:

  •  Ertüchtigung oder Ersatzneubau aller Brücken mit einer Zustandsnotenklasse von
     3,0 oder schlechter oder einem Traglastindex von III oder schlechter, sowohl im
     Bereich Straße als auch Schiene.
  •  Erneuerung anderer Typen von Großbauwerken – insbesondere Staudämme,
     Schiffsschleusen und Wehre. 
  •  Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur der Schiene. Die Ausgaben des Staates pro
     Kopf und Jahr für Schieneninfrastruktur sollen schrittweise über die nächsten
     Jahre auf das Niveau von Österreich und der Schweiz steigen (ca. 300-500€), d.h.
     rund eine Verdreifachung. Die Einrichtung von mehr echten Schnellfahrstrecken
     (>320 km/h) für den Personenverkehr ist bedarfsgerecht zu forcieren. Die
     flächendeckende Ausstattung mit ETCS ist zu beschleunigen. Die tatsächliche
     unternehmensrechtliche Abspaltung der DB InfraGO  AG aus dem DB-Konzern ist
     vorzunehmen; diese ist in eine GmbH analog der Autobahn GmbH umzuwandeln.
  •  Überführung und Bündelung der deutschen Groß- und Regionalflughäfen in eine
     Flughafen-GmbH von Bund, Ländern und Kommunen, um ein ökonomisches Gesamtkonzept
     für die deutsche Fluginfrastruktur umzusetzen, das ein nachhaltiges Wachstum des
     Personen- und Fracht Flugverkehrs zum Ziel hat.
  •  Beschleunigung des Glasfaserausbaus. Ziel soll die tatsächliche Umsetzung der
     100%-Verfügbarkeit von FTTH mit mindestens 1 Gbit/s down und up bis 2030 sein
     (derzeit: 32%).
  •  Ausbau der Stromnetze angepasst an die zu erwartenden Lasten durch
     flächendeckende Verbreitung von Wärmepumpen und elektrische Mobilität. Neubau
     von Pump- und Batteriespeicherkraftwerken, Förderung des Einbaus privater
     netzangebundener Speicher. Neubau von Kernkraftwerken der aktuellsten
     Generation, auch Brütern und Umrüstung geeigneter Kohlekraftwerke auf
     Kernenergie. Die Risiken und die Durchführung sollen hierbei ausschließlich
     privat getragen werden. Aufbau einer leistungsfähigen Recyclinginfrastruktur für
     Nuklearmaterial. Aufbau einer Förderinfrastruktur für Uran aus Meerwasser.
  •  Aufbau der vertikalen Integration der Wertschöpfungsketten und Abbau von
     Abhängigkeiten bei der Gewinnung von Schlüsselrohstoffen wie Kupfer, Lithium und
     Seltenen Erden in deutscher und europäischer Hand – sowohl durch verstärkten
     Bergbau in Europa, als auch über strategisches Forcieren und Fördern von
     Direktinvestitionen in Infrastruktur rohstoffreichen Staaten außerhalb Europas
     zum Zwecke unserer Daseinsvorsorge. Setzen wir der Neuen Seidenstraße eine Neue
     Hanse entgegen.
  •  Aufbau von pharmazeutischen Generika-Produktionskapazitäten europäisch , die der
     Daseinsvorsorge dienen. 

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